Fazit: Inhaltliches und Formelles

Inhaltliches Fazit

Das vorgegebene Oberthema „iPad-Pädagogik“ durften/mussten wir nach eigenem Gutdünken in verschiedene informationsethische, -politische und –gesellschaftliche Unterthemen zerlegen. Das war auch nötig, denn es ist im Grunde genommen ein ziemlich schwammiger Begriff.
So bewegten wir uns thematisch zwischen Medienpädagogik, Medienrecht, Medien-bzw. Informationskompetenz, aber auch einige inhaltliche und technische Aspekte der Geräte und ihrer Software erläuterten wir. Ausweiten mussten wir das Thema lediglich, um seiner Gesamtheit gerecht zu werden. Wir behandelten thematisch nicht nur Apples iPad wie der Titel des Blogs suggeriert, sondern auch Tablets anderer Anbieter, eigentlich auch Laptops und Smartphones.
Das Oberthema hätte man also auch in eine völlig andere Richtung auslegen können. So blieben vielleicht andere wesentliche Punkte auf der Strecke.
Der Blog war zum Teil eine thematische Gratwanderung und wir waren uns nicht immer ganz sicher, ob wir nun über Informationsethische Fragestellungen oder Medienpädagogik schreiben.
Mit der Abdeckung und Auswahl der Themen sind wir aber soweit zufrieden. In den meisten Fällen waren die 2000 erlaubten Zeichen eigentlich nicht ausreichend, um ein Teilthemengebiet detailliert zu erläutern.
Ein inhaltlich wertendes Fazit ziehen wollen wir eigenlich nicht. Der Einsatz von Tablets im Bildungsbereich oder in der Wirtschaft ist gesellschaftlich schnell akzeptiert worden und ist grundsätzlich nichts Verkehrtes. Die UserInnen müssen sich, bspw. wie im Strassenverkehr den „Chancen“ und „Risiken“ bewusst sein, Stichwort: Informationskompetenz.


Formelles zum Bloggen als Leistungsnachweis

Nach anfänglicher Angewöhnungszeit, bei der wir uns mit WordPress und dem Bloggen an sich auseinandersetzen mussten, fanden wir relativ schnell zu einer gewissen Routine und empfanden das Führen eines e-Portfolios als lernreich, aber durchaus auch als unterhaltsam.

Spezielle Herausforderung bei Gruppenarbeiten ist stets die Kommunikation untereinander und die Koordination von Aufgaben. Die drei AutorInnen dieses Blogs leben in verschiedenen Schweizer Städten, treffen sich nur unregelmässig am Schulort Zürich bzw. Chur und haben ansonsten sehr unterschiedliche Arbeitszeiten, was ein synchrones Arbeiten nicht immer möglich machte. So tauschte sich die Gruppe über verschiedene Kanäle aus, wie z.B. E-Mail oder in einer Facebook-Gruppe. Dokumente wurden direkt über WordPress geteilt.

Herausforderung war zudem die Quellenbeschaffung, aber auch die Quellenanalyse.
iPads bzw. Tablets gibt es erst seit ca. vier Jahren. Diesbezüglich mussten also aktuellste Quellen gefunden und berücksichtigt werden, deren Qualität bzw. Nützlichkeit nicht immer eindeutig zu beurteilen war. Die Quellenlage zu Digitalen Medien, Medienpädagogik, e-Learning allgemein ist gut, bzw. wird praktisch von Monat zu Monat besser.
Auch Schulen, der Bund und andere Fachpersonen stellen ihre Erfahrungen gerne zur Verfügung.
Zudem haben zwei AutorInnen einen Kurs beim Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien besucht und die anfängliche Skepsis gegenüber der Technik wich von Beitrag zu Beitrag.

M. Kamer, O. Luthiger, S. B.

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Die Sorgen und Nöten der Eltern

Wir sprechen über Medienpädagogik und Lernen mit iPads und vergessen dabei ganz den Blick auf die Personen, die den grössten Stellenwert in der Entwicklung des Menschen haben. Ja, das gilt auch noch für die erwachsenen Studenten und nicht nur die Grundschulkinder. Darum ist dieser Blog den Eltern gewidmet.
Ich habe für diesen Beitrag nicht extra nach Literatur für Eltern und Medien gesucht, sondern zog die Quellen über Medienpädagogik zu rate, die ich für die vorherigen Beiträge schon benutzte. Dabei fiel mir auf, dass Eltern in dieser Literatur kaum bis gar keine Rolle spielen. Das verwundert. Mich jedenfalls. Denn die Eltern spielen heute eine immer grössere Rolle in den Schulen für die Bildung des Kindes und Elternarbeit bzw. Elternmitarbeit nimmt immer mehr zu.
Bei Süss, Lampert und Wijnen steht 2013 kurz, dass Eltern den neuen Medien kritisch gegenüber stehen aber keinen Grund dafür haben. Es steht aber nichts darüber, wie man als Medienpädagoge damit umgehen kann. Oder Eltern in seine Arbeit miteinbeziehen kann. Bei Palfrey und Gasser (2008) steht im Kapitel „Lernen“, dass sich Eltern sorgen machen wie ihre Kinder Lernen, da es keine eindeutigen wissenschaftlichen Daten gibt und sie befürchten, dass die digitale Technik negative Auswirkungen auf das Lernverhalten haben kann. In den Augen vieler Eltern sollten Kinder zum Lernen Bücher von hinten bis vorne durchackern, wie sie selbst in ihrer Jugend.

Mich hat in diesem Fall mal interessiert, wie das meinen Eltern so sehen und habe einfach mal nachgefragt:

Für meine Eltern war es nie ein grosses Thema. Mein Vater war selber schon immer sehr technikbegeistert. Das ist heute mit dem Tablet nicht viel anders wie damals mit dem Amiga. Er sah die elektronischen Medien immer als grosse Chance und setzte vieles daran, das wir diese Medien auch zum lernen nutzen konnten. Schon bevor mein Bruder und ich in die Schule gingen, haben wir am damaligen Heim-PC Rechenspiele oder Sprachspiele gemacht. Für ihn war aber immer wichtig, dass wir nicht alleine am PC spielen, da er grossen Respekt vor der sozialen Isolation hatte. So war er entweder immer dabei, oder hat uns ein LAN-Netzwerk ermöglicht, damit wir mit Freunden zusammen in einem Raum spielen konnten. Und das hält bis heute an. Selbst heute noch spielen wir lieber mit Freunden zu viert an einer Spielkonsole, als übers Internet.

O. Luthiger

Quellen zum Artikel finden Sie hier.

Weg vom Blog, rein in die Studienklasse

Es gibt Leute, Autoren, Wissenschaftler, Fans oder einfach nur Themenbegeisterte, die einen Blog aus Spass an der Sache oder im Sinne der Bildung und Verbreitung von Informationen schreiben. Bei uns drei Betreuenden dieses Bloges liegt die Sache leider ein bisschen anders. Wir hatten als Studierende der HTW Chur einen konkreten Auftrag diesen Blog als Lernleistungsnachweis zu führen und haben diesen mit bestem Gewissen ausgeführt. Der Blog war aber nicht das einzige Element dieses Lernleistungsnachweises. Wir mussten gegen Ende des Kurses unseren Mitstudierenden das Thema des Bloges im Rahmen einer 45 minütigen Schulung näher bringen.

Das Ziel unserer Schulung war es, unseren Mitstudierenden die verschiedenen Aspekte der iPad-Pädagogik näher zu bringen, ihnen ein Bewusstsein für mögliche Risiken und Vorteile der iPad-Pädagogik zu verschaffen und sie anschliessend eine Pro- und Contradiskussion in verschiedenen Rollen führen zu lassen.  Um dies am besten zu erreichen haben wir uns für eine zweiteilige Schulung entschieden. Im ersten Teil sollte unser Blog und unser Thema durch eine Präsentation vorgestellt werden und im zweiten Teil durch Einarbeiten in verschiedene Rollenbilder und anschliessender Podiumsdiskussion zum Thema „Gemeinderatsabstimmung über Nutzung von iPads an der örtlichen Grundschule“ die Kontroverse des Themas angeschnitten werden.

Die Präsentation konnte grösstenteils planmässig durchgeführt und der Zeitplan eingehalten werden. Sie wurde in deutscher Standardsprache durchgeführt.
Gestartet wurde die Schulung mit einem Film zum Thema. Leider haben wir zu spät bemerkt, dass der Bildrand beim Film ein wenig beschnitten war und dadurch Informationen verloren gingen. Auch hatten wir kurzfristig ein Problem mit dem Ton, das aber sofort behoben werden konnte.
Dadurch, dass etwas weniger KlassenkameradInnen als angenommen anwesend waren, musste umgeplant und eine Diskussionspartei gestrichen werden. Das kleine Dossier mit Pro- und Contratexten wurde wie geplant ausgeteilt und half den Parteien bei der Vorbereitung. Wir zirkulierten zwischen den arbeitenden Gruppen und konnten bei Problemen oder Fragen helfen.
Die zehnminütige Diskussion haben wir am Anfang wohl etwas zu geführt gestaltet und es hatten nicht alle Diskussionsrundenteilnehmer und –Teilnehmerinnen gleich viel Sprechzeit. Während der Diskussionsrunde machte jemand auf dem Tablet Stichworte zu den Diskussionspunkten, welche am Schluss nochmals zusammengetragen wurden. So konnte das Ganze noch einmal reflektiert werden. Die Abstimmung war ein guter Schlusspunkt und zeigte die Stimmung der Klasse bezüglich Tablet-Pädagogik.

Die Durchführung der Schulung hat uns zwar einiges an Stress verursacht, alles in allem hatten wir aber Spass an der Sache und das Gefühl unseren KommilitonInnen einen guten Überblick über die Thematik geboten zu haben und hoffen, dass es eine gute Anregung war, falls sich der eine oder andere privat oder beruflich mit iPad-Pädagogik beschäftigen muss, darf oder will. Wir selber haben wieder einiges dazugelernt für spätere Lernleistungsnachweise im Präsentations- oder Schulungsmuster.

(O.Luthiger)

Die Präsentation finden sie unter Prezi.com

iPad, die Chance für verschiedene Lerntypen

Wie im vorherigen Blog angekündigt, möchte ich nun auf die Möglichkeiten, welche das iPad den verschiedenen Lerntypen bietet, genauer eingehen.

Paulus unterscheidet 1999 dabei drei verschiedene Lerntypen. Die Lerntypen kommen dabei bei jedem Lernenden in unterschiedlich starker Ausprägung vor, auf die er sich stärker oder schwächer konzentriert, dabei führt die richtige Mischung vom ganzen bei jedem zum besten Lerneffekt.

Die drei Lerntypen wären, wie im vorherigen Blog erwähnt, der auditive Typ, der visuelle Typ und der haptische (motorische) Typ.

Der auditive Lerntyp nimmt den Lernstoff am besten über das Gehör auf. Er folgt dem Unterricht aufmerksam, spricht sich den Lernstoff am besten auf ein Tonband und hört es sich dann an oder benutzt Hörbücher für sein Lernen (Paulus, 1999). Hier bietet das iPad eine grosse Chance. Der auditive Typ kann sich den Unterricht über das iPad aufzeichnen, kann sich Lernvideos mit Sprachtext abspielen lassen oder folgt aufgenommenen Aufgabenstellungen und deren Erklärungen.

Der visuelle Typ lernt am besten über seine Augen. Er nimmt den Stoff am besten auf, wenn er die Informationen liest, sich Skizzen macht und Grafiken oder Modelle zum Lernstoff studiert. Auch Videos und Fotos unterstützen ihn im lernen (Paulus, 1999). Der visuell Lernende kann sich seine Texte und E-Books auf dem iPad anzeigen lassen, Videos speichern und abspielen sowie Grafiken, Modelle und Fotos zentral auf einem Gerät verwalten.

Motorisch Lernende bevorzugen es, wenn sie das zu Lernende gerade anwenden können indem sie Aufgaben lösen, Texte schreiben,  Sachverhalte und Experimente ausprobieren oder etwas nachzeichnen (Paulus, 1999). Auch hier bietet das iPad durch seine Apps eine Chance, wenn man den Lernenden praxisbezogene Lernapps ausführen lässt.

Das iPad spielt seinen grössten Vorteil dann aus, wenn man alles zusammenfasst. Paulus geht davon aus, dass erst das Zusammenspiel von allen Lerntypen beim Lernenden den grössten Lernzuwachs ermöglicht (1999).  Hatte man vorher alle Lernutensilien separat, so kann man sie nun zentral im iPad verwalten und hat jederzeit zugriff auf sie. Es spart also Platz und Zeit.

Eine grosse Rolle im heutigen Lernen spielt das „Peer to Peer“ Verfahren, bei welchen sich die Lernenden Hilfe und Ratschläge bei anderen Lernenden holen. Dem einen Peer wird die Sachlage erklärt, der andere Peer vertieft sein Wissen, indem er es erklären muss (Seel & Hanke, 2010). Das iPad unterstützt das soziale Lernen, indem man auf soziale Netzwerke und Messengers zugreifen kann. Erklärungen und Notizen können schnell ausgetauscht werden, ohne dass sich die Peers gegenübersitzen müssen. Es macht das soziale Lernen unabhängig von Ort und Zeit.

O.Luthiger

Die verwendeten Quellen finden Sie hier: https://lniw12tzchur.wordpress.com/verwendete-quellen/

Spezielle Pädagogische Anwendungsfelder

Eigentlich ganz nach Artikel 16 der Schweizerischen Bundesverfassung , der die Informationsfreiheit JEDER Person garantieren soll, unabhängig ihrer Herkunft oder körperlichen Versehrtheit, gibt es mittlerweile einige Programme, resp. Apps, für Menschen mit Sehbehinderungen.
Das mag bei einem Gerät, bei welchem der optische Ausgang eigentlich der Primäre ist, zuerst komisch klingen, doch zeigen einige Beispiele, die Wichtigkeit des Einsatzes dieser Möglichkeiten bspw. in der Sonderpädagogik für Blinde. Wichtigster Punkt für Sehbehinderte ist vorallem die Bedienung der Geräte mit der Stimme und das Hören, bspw. durch Vorlesen, was sich auf der Bildschirmoberfläche befindet.
Die Sehbehindertenhilfe Basel gibt eine Liste mit empfohlenen iPad- und iPhone-Apps für ihre KlientInnen heraus. Darauf befinden sich Programme, die Umgebungskarten hörbar machen oder andere, für Sehende weniger nützliche Anwendungen wie eine Farberkennungssoftware.

Aber nicht nur auf Stufe Software bringen Apps Alltagshilfen, auch die Hardware wird sich noch wandeln. So haben spezielle Benutzeroberflächen für Sehbehinderte grosses Potential. Bald können alte, klobige Braille-Bildschirmlesegeräte durch Tablets ersetzt werden, deren Oberflächen dreidimensional modifizierbar sind und somit für Sehbehinderte mit den Fingern tastbar und lesbar. Microsoft hat ein Patent eingereicht, welches den Bau solcher Geräte beschreibt.

Der Einsatz von Tablets bzw. digitaler Technik allgemein in der klassischen Sonderpädagogik, bspw. mit Down-Syndrom-Kindern, gestaltet sich schwieriger, zum Teil wegen der Zerbrechlichkeit der Standard-Tablets. Jedoch ist mit einigem handwerklichem Geschick das Gerät mithilfe dieser Vorrichtung für die Wand, auch vor Kleinkinderhänden gut gesichert. (Quelle: Flickr)

Als Hilfsmittel oder einfach als Lesegeräte in der „Pädagogik“ der SeniorInnen angewandt, schlagen Tablets durch ihre meist intuitive Bedienung sogar Brücken über den altersbedingten Digital Divide, wie diese Dame aus den Vereinigten Staaten beweist:

Marc Kamer

Hier finden sie die Quellen zu diesem Artikel.

Die Digital Natives und das Lernen

Bei der ganzen Diskussion für und wieder die iPads im Unterricht, sollte man die Zielgruppe, nämlich die Lernenden, nicht aus den Augen verlieren. Wer sind denn die heutigen Lernenden? Was haben sie für Voraussetzungen und Qualitäten?

Für die heutige Generation von Lernenden ist das Leben mit neuen Medien wie PC, Notebooks, iPads und Smartphones eine Selbstverständlichkeit. Sie sind damit aufgewachsen. Von der ersten Sekunde an bestimmten diese Medien ihr Leben. Zumindest in den hochtechnologisierten Ländern wie die Schweiz eines ist und jeder Zugang zu dieser Hardware hat. Diese jungen Menschen nennt man heutzutage Digital Natives.

Den Digital Natives sagt man nach, dass sie mit den neuen Medien aufgewachsen sind, ihre komplette Lebensgestaltung auf den Umgang mit den neuen Medien ausgelegt ist, das Spielen auf elektronischen Geräten und das Aufhalten, das Planen von Aktivitäten und Pflegen von Freundschaften auf Online Netzwerkangeboten der Zentrale Punkt im Leben ist.  Adressen, Daten und Termine werden elektronisch gespeichert. Notizen aus Vorlesungen werden im Word festgehalten und das Lernen findet online statt, im Peer to Peer Austausch mit anderen (Süss, Lampert und Wijnen, 2013).

Die Voraussetzungen für ein Lernen mit iPads und Co. sind bei dieser Generation optimal. Sie bringen die Affinität für dieses Vorhaben schon mit und die Benutzung dieser genannten Geräte gehört zu ihrem Lebensstil. Man wird sie somit eher erreichen als mit klassischen Medien wie Büchern. Wenn die Lernenden es sich gewohnt sind, Online zu recherchieren, Daten elektronisch festzuhalten und Notizen und Mitschriebe zentral auf einem Gerät zu verwalten, sollte man dieses Potential ausschöpfen. Das heisst nicht, dass man auf altbewährtes Verzichten soll. Aber eine Koexistenz mehrerer Lernmethoden sollte möglich sein.

iPads und Co. bieten auch für die verschiedenen Lerntypen einen Vorteil. Auf die einzelnen Lerntypen gehe ich in einem anderen Blog näher ein. Die Visuellen können am Bildschirm lesen, die Auditiven können über Podcast oder Hörbücher hören, die Kommunikativen über Netzwerke mit anderen austauschen und die Motorischen können es gerade Anwenden. Der grosse Vorteil für die Digital Natives, denen man Multitasking Fähigkeiten nachsagt, ist, dass sich an iPad und Co. alles gleichzeitig anwenden lässt.

O.Luthiger

Die verwendeten Quellen finden Sie hier: https://lniw12tzchur.wordpress.com/verwendete-quellen/

Zukunft der iPad-Pädagogik: Anwendungsgebiete in Industrie, Militär, Polizei und Sport

Wenige Jahre nach ihrer Einführung haben Tablets eine wichtige Rolle in der Bildung, aber speziell auch in der Privatwirtschaft eingenommen: An einen Beamer angeschlossen, sind sie bei Referaten Datenträger und Notizzettel zugleich und dienen als Ersatz für grosse Handbücher oder Montagepläne, zum Beispiel in der Baubranche, als Unterstützung von ArchitektInnen direkt auf einer Baustelle, am Ort einer Montage, oder wie in diesem Video-Beispiel bei einem Kontrollgang in einem Leitungssystem. (Quelle Video: Panasonic Toughpad/Youtube)


A. Giger, Aussendienstmitarbeiter einer grossen Schweizerischen Küchenherstellerin, bestätigte mir in einem Interview, dass er auf seinen Dienstreisen im Ausland auf Tablet-Technologie zurückgreift, um seinen Mitarbeitenden vor Ort Erklärungen optisch und ohne grosse Umstände näherbringen zu können. Dabei kann er auf der firmeneigenen Cloud sämtliche Dokumente und Pläne jederzeit und von überall her bearbeiten.

Um den Anforderungen „im Feld“ gerecht zu werden, sollten die Tablets hohen technischen, aber auch physikalischen Standards genügen. Ein solcher Standard ist der MIL-STD-810, ein US-amerikanischer Militärstandard, der zum Beispiel Fallhöhen von Geräten oder die Dichtheit des Gehäuses gegenüber Wasser und Staub festlegt. Dass die Geräte solchen Standards genügen, impliziert auch ihren Einsatz zu militärischen Zwecken, zum Kartenlesen oder auch als Fernsteuerung von Geräten, wie Drohnen oder anderen Fahrzeugen.

Auch die Polizei greift auf die moderne Technik zurück. Die BigData-Anwendung der amerikanischen Polizei PREDPOL, welche wahrscheinliche Kriminalschauplätze berechnen kann, sendet den PolizistInnen Daten direkt auf ein Tablet im Streifenwagen. Das Tablet kann dank seiner Mobilität und seinen Verbindungsmöglichkeiten somit Funkgerät und Stadtplan zugleich ersetzen oder zum Abgleichen von Fahndungsfotos nützlich sein.

Ein profaneres und ethisch weniger brisantes Anwendungsgebiet ist der Sport. Dank der integrierten Kamera, können ganz leicht Videos von körperlichen Bewegungsabläufen gemacht, analysiert und dann optimiert werden. Die Taktiktafel des Trainers wird zur animierten Analyse der nächsten Spielzüge und mithilfe von Apps lassen sich Langzeitaufzeichnungen von Leistungsmerkmalen realisieren und grafisch aufbereiten.

Im Video ab 2:21: Einsatz im Sportunterricht an einer Britischen Schule (Quelle: Youtube/XMA/Apple)

Marc Kamer

Quellen zum Artikel finden Sie hier.

Urheberrecht im digitalen Unterrichtszeitalter

In diesem Beitrag möchte ich das urheberrechtliche Spannungsfeld ein wenig beleuchten, in dem sich Tablet-Pädagogen bewegen. Denn durch das vermehrte Heranziehen von Medien, von denen die Lehrpersonen keine Urheberrechte besitzen, was bei E-Learning fast zwangsläufig der Fall ist, ist dieses Umfeld in den letzten Jahren grösser und somit auch spannungsgeladener geworden.

Nach Schweizerischem Urheberrecht, Art. 19 Abs. 1 b), ist jede Werkverwendung der Lehrperson für den Unterricht der Klasse erlaubt. Dies gilt jedoch laut Abs. 4 des Artikels nicht für Computerprogramme, was die Situation für Tablet-Pädagogen nun erheblich erschwert, da kaum Lehrende ihre Unterrichts-Software selbst programmieren.

Ein paar weitere Fälle, zusammengestellt vom Bildungsserver educa.ch, zeigen, dass auf verschiedenen Ebenen immer wieder URG-relevantes für Pädagogen auftritt:

Austausch von MP3-Dateien in einer Schulklasse: 99% resp. 92% der Schüler besitzen laut James-Studie ein Handy oder einen MP3-Player. (Willemsen et al 2012, S.12) Jedoch ist der Austausch bzw. das Kopieren und Weitergeben von (Musik-)Dateien unter Schulkollegen und –Kolleginnen eigentlich untersagt.
Art. 19 des URG erlaubt zwar die Vervielfältigung für Familienmitglieder oder enge Freunde, jedoch fällt die Schicksalsgemeinschaft einer Schulklasse nicht darunter.

Lehrmittelsammlung im Schul-Intranet: Möchte eine Schule ihre Lehrmittel zentral sammeln und der Lehrerschaft zur Verfügung stellen, muss sie folgendes beachten: Man unterscheidet zwischen Referenz- und Volltextdatenbanken. Referenzen, Verweise, Links und Quellenangabensammlungen sind erlaubt. Sobald Werke im Volltext gespeichert und zugänglich gemacht werden, sind die Rechte der Urheberschaft einzuholen. Der gemeinsame Tarif 9, erhoben von den Schweizerischen Verwertungsgesellschaften, regelt die ausschnittweise Nutzung von geschützten Werken in elektronischer Form mittels betreibsinternen Netzwerken.

Schüler sind Urheber ihrer Werke!: Möchte eine Schule oder eine Lehrperson zum Beispiel Aufsätze oder Zeichnungen ihrer SchülerInnen online publizieren, braucht es deren Erlaubnis, bzw. die der gesetzlichen Vertretung der SchülerInnen. Die Schule könnte als Herausgeber auftreten, Urheber bleibt aber der/die SchülerIn. Bei Gruppenarbeiten werden die SchülerInnen zu MiturheberInnen.

Zitierpflicht: Nach Art. 25 des Schweizerischen URG dürfen alle veröffentlichten Werke zitiert werden, das Zitat als solches und die Quelle müssen aber bezeichnet werden. Dies gilt für online- wie für offline-Werke.

Diese Beispiele zeigen deutlich, dass Lehrpersonen jeden Tag aufs neue nicht nur Medienkompetenz, sondern auch MedienRECHTskompetenz beweisen müssen und dass Bildungsinstitutionen sich nicht nur Gedanken zum Inhalt von Medien, sondern auch zum korrekten, rechtlichen Umgang damit machen müssen.

Marc Kamer

Von der Medienkompetenz zur Informationskompetenz

Als Student der Informationswissenschaft komme ich nicht darum herum, beim schulischen Umgang mit iPads und anderen elektronischen Medien auch die Möglichkeiten für die Informationskompetenz zu beleuchten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bezeichnete 2010 die Information und das Wissen als erste von vier Kompetenzbereichen, welches die Schüler entwickeln sollen. Die Fähigkeit an Informationen zu gelangen, diese aus einem Überangebot zu filtern und für die eigene Entscheidungsfindung zu nutzen, wird als eine der wichtigsten Fähigkeiten verstanden, um sich in der Gesellschaft zu behaupten.

Dazu hat Dannenberg in seinem Modell der Informationskompetenz folgende vier Dimensionen beschrieben, welche in der IK vermittelt werden sollen:

  • Informationsbedarf erkennen und beschreiben
  • Informationen finden
  • Informationen, Informationsmittel und Arbeitsweise bewerten
  • Informationen bearbeiten und präsentieren

Mit den heutigen Möglichkeiten durch Notebooks und Tablets lassen sich die vier Dimensionen gut in der Schule, jeweils auf die Stufe abgestimmt, behandeln. Gerade im Sachunterricht könne man anhand eines Quizbogens mit den Schülern gut anschauen, was für Informationen sie benötigen und wie man sie im Internet (oder auch bei anderen Medien) finden kann. Im Quizbogen selber bearbeiten sie ihre Informationen und präsentieren sie schlussendlich entweder nur dem Lehrer oder der gesamten Klasse. Durch die Rückmeldung zu ihrer Arbeit können die Schüler ihre Arbeitsweise und ihre Informationsmittel überdenken und anpassen (Kammerl und Atzeroth, 2013).

Für die Unterrichtsgestaltung bietet sich den Schulen ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Einerseits kann der Lehrer das ganze alleine mit seiner Klasse durchführen, aber es bietet sich andererseits auch die Zusammenarbeit mit der Schulbibliothek an. Die Klasse kann selbstständig an den Themen arbeiten oder angeleitet durch den Lehrer oder das Bibliothekspersonal. Die Schüler arbeiten alleine, paarweise oder in Gruppen, was zudem noch die Sozialkompetenzen stärkt. Neben den elektronischen Medien wie PCs, Tablets und Smartphones mit Zugriff auf Internet, Datenbanken und OPACS sollten auch die Printmedien wie Sachbücher, Zeitschriften und Lexika hinzugezogen werden (Kammerl und Atzeroth, 2013).

O. Luthiger

Die verwendeten Quellen finden Sie hier: https://lniw12tzchur.wordpress.com/verwendete-quellen/

Medienkompetenz an Schulen

Beim Gespräch über den Einsatz von Tablets, Notebooks und Smartphones an Schulen, kommt man nicht umhin, auch über die Vermittlung von Medienkompetenz zu reden.
Für Medienkompetenz eine genaue Definition zu bilden, ist nicht ganz einfach. So trug schon Harald Gapski 2001 insgesamt 104 verschiedene Definitionen von verschiedenen Autoren zusammen!

Ich entscheide mich an dieser Stelle für die Definition nach Dieter Baacke, welche seit den 90er Jahren besondere Bedeutung erlangte. Baacke schreibt dazu, dass die aktive Nutzung der Medien eine Kritikfähigkeit herausbildet, die dazu genutzt werden kann um aus dem Angebot verschiedener Medien, die für sich beste Auswahl zu treffen.
Dazu unterteilt Baacke den Begriff Medienkompetenz in 4 Teilaspekte: Medienkritik (analysieren und hinterfragen), Medienkunde (Wissen über das Medienangebot), Mediennutzung (teilnehmen) und Mediengestaltung (anbieten).

Baackes Aussagen bezogen sich zwar auf die damals eher gebräuchlichen Medien wie Bücher, Zeitschriften, Fernsehen und Zeitungen und die Teilnahme der medial vermittelten Kommunikation, z.B. einen Leserbrief verfassen oder selber mittels einer Schülerzeitung etwas beitragen.
Sie lassen sich aber ohne Probleme auf das heutige Internet und das Web 2.0 übertragen, welche über Smartphones und Tablets jederzeit konsumierbar sind. Über Foren, soziale Netzwerke und Kommentarfunktionen nimmt man zum Beispiel an Medien teil und über Blogs und die eigene Homepage, kann man selber ein Medienangebot zur Verfügung stellen.

Die Mediendidaktik befasst sich heute mit der Adaption des oben genannten im Kontext des Lehrens und Lernens. Das heisst einerseits für die Lehrer, auf Tablets und Smartphones bezogen, dass sie sich selbst ein methodisches Bewusstsein schaffen und die Fähigkeit entwickeln, solche Geräte zielorientiert als pädagogisches Steuerelement einzusetzen.
Andererseits sollen die Schüler Handlungskompetenz entwickeln für die Herausforderungen des projektbezogenen und teamorientierten Lernens. Die Schüler sollen zudem das Tablet als Methode für selbstgesteuertes, zielgerichtetes und motiviertes Lernen verstehen und nutzen (Ulbrich, S.9-10).

Die verwendeten Quellen finden Sie hier: https://lniw12tzchur.wordpress.com/verwendete-quellen/

(O.Luthiger)